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U-Ausschuss zur Causa Pilnacek

Hier gibt es regelmäßig Updates zum Untersuchungsausschuss.

 | Zuletzt aktualisiert am 15.04.2026
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© NEOS

Im U-Ausschuss soll aufgearbeitet werden, ob und wie weit politische Einflussnahme auf die Ermittlungen in der „Causa Pilnacek“ stattgefunden hat. Untersucht wird der Zeitraum 19. Oktober 2023 bis 4. September 2025. Die Befragungen haben am 15. Jänner 2026 gestartet.

Die nächsten Sitzungstermine:
16. April 2026

06. Mai 2026, 07. Mai 2026, 12. Mai 2026, 13. Mai 2026

10. Juni 2026, 11. Juni 2026, 24. Juni 2026, 25. Juni 2026, 01. Juli 2026, 02. Juli 2026

Herbsttermine stehen noch aus

Tag 12 - 16.04.2026

Hier folgen in Kürze Infos zu Tag 12 der Befragungen im Untersuchungsausschuss zur "Causa Pilnacek".

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Tag 11 - 15.04.2026

Der rätselhafte Pilnacek-Hauskauf

An Tag 11 im U-Ausschuss dreht sich vieles um den geplanten Hauskauf von Christian Pilnacek – und da gibt es erheblichen Aufklärungsbedarf. Im Zentrum steht eine komplexe Kaufkonstruktion: Pilnacek wäre zwar als Käufer aufgetreten, die Immobilie hätte aber offenbar über eine Schweizer Gesellschaft erworben werden sollen. Aus unserer Sicht ergibt dieses Modell wirtschaftlich keinen nachvollziehbaren Sinn. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob bewusst Intransparenz geschaffen werden sollte, um hier etwas zu verschleiern.

Unklar ist auch die Finanzierung des Kaufpreises von 1,4 Millionen Euro, der offenbar über ein Darlehen sowie mögliche Geldflüsse aus Dubai erfolgen sollte.

Für viele dieser Fragen ist heute eine Auskunftsperson aus Pilnaceks Umfeld geladen: Ex-Lobbyist Peter Hochegger. Es ist zu klären, ob Pilnacek im Zuge seiner Tätigkeit unzulässige Einflussnahme zugunsten politischer Interessen ausgeübt habe oder für Beratungsleistungen finanzielle Zuwendungen aus dem Ausland erwartet habe. Ziel ist die Aufklärung möglicher unzulässiger Verflechtungen zwischen Politik, Justiz und wirtschaftlichen Interessen.

U-ausschuss Tag 10

Tag 10 - 09.04.2026

Der Kreutner-Kommissionsbericht 

An Tag 10 wird Martin Kreutner befragt – er ist der Experte hinter dem Kommissionsbericht, der zentrale Hinweise auf das „System Pilnacek“ enthält. Der Bericht beschreibt eine Zwei-Klassen-Justiz und ein „Naheverhältnis“ zwischen Politik und Justiz, das wir uns genau anschauen müssen. Im Kern geht es darum, ob politische Akteure gegenüber anderen bevorzugt behandelt wurden – das wäre für den Rechtsstaat brandgefährlich.

Kreutners Bericht nimmt auch prominente Verfahren in den Blick, etwa die Eurofighter-Causa und die Hausdurchsuchung bei Ex-Finanzminister Gernot Blümel in der Casinos-Affäre. Rund um Blümel taucht dabei wieder eine oft zitierte Aussage Pilnaceks auf: „Wer vorbereitet Gernot?“ – ein möglicher Hinweis auf Einflussnahme.

Und genau vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, warum bei den Ermittlungen zum Tod von Christian Pilnacek zentrale Datenträger wie Handy oder Smartwatch gar nicht oder nur unzureichend ausgewertet wurden. Als mögliches Motiv steht eben diese problematische Nähe zwischen Politik und Justiz im Raum.

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Tag 9 - 08.04.2026

Zwischen säumiger Tatortarbeit und der frühen Nachricht vom Tod an den Anwalt von Sebastian Kurz:

An Tag 9 steht im U-Ausschuss zum Fall Pilnacek wieder die Frage im Mittelpunkt, ob die Ermittlungen transparent und nachvollziehbar sind. Uns fehlen weiterhin zentrale Informationen, weil das Innenministerium Akten nicht vollständig liefert. Solange unklar bleibt, welche Änderungen von welchen Beamten im Ermittlungsakt vorgenommen wurden, bleibt Raum für Spekulationen und Verschwörungstheorien  und das schadet auch dem Vertrauen in die Polizei.

Heute ist auch der Bezirkspolizeikommandant als Auskunftsperson geladen. Er soll erklären, warum es bei den Ermittlungen zu Abweichungen von den geltenden Richtlinien für die Tatortarbeit gekommen ist. Außerdem geht es um die internen Informationsflüsse: Wer wusste wann über den Tod von Christian Pilnacek Bescheid und wie konnten bestimmte Informationen offenbar frühzeitig nach außen gelangen?

Besonders brisant ist in diesem Zusammenhang der Zeitpunkt, zu dem der Anwalt von Sebastian Kurz bereits über den Tod und die vermutete Todesursache informiert gewesen sein soll – zu einem Zeitpunkt, an dem dieser Wissensstand am Tatort noch nicht vorlag. Es zeigt sich klar: Es fehlt weiterhin an einer gelebten Fehlerkultur. Ohne vollständige Aufklärung und nachvollziehbare Dokumentation bleibt das Vertrauen in die Ermittlungsarbeit beschädigt.

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Tag 8 - 12.03.2026

Das Handy und das Pilnacek-Tape:

An Tag 8 im Untersuchungsausschuss geht es um den Kern der gesamten Aufarbeitung. Es geht um eine zentrale Frage für unseren Rechtsstaat: Gab es politische Einflussnahme auf Ermittlungsverfahren und auf die Justiz?

Ein besonders gravierender Punkt betrifft das Handy von Christian Pilnacek. Für uns stellt sich die Frage: Was könnte auf diesem Gerät gewesen sein, das so brisant war, dass es nicht sichergestellt, sondern sofort der Witwe übergeben wurde – gewissermaßen wie in einem Lost-and-Found-Büro?

Darüber hinaus beschäftigen wir uns heute mit der Veröffentlichung des sogenannten „Pilnacek-Tapes“. Laut dem Journalisten, der daran beteiligt war, sei die Veröffentlichung auf massiven Widerstand gestoßen. Für uns ist daher entscheidend zu klären, warum es diesen Widerstand gab und welche Interessen dahinterstanden.

Sophie U-ausschuss tag 7

Tag 7 - 11.03.2026

Warum ein IT-Techniker aus dem Justizministerium mehr heraufinden konnte als das BKA: 

An Tag 7 sind ein IT-Techniker geladen, der die Smartwatch von Christian Pilnacek ausgewertet hat und eine Polizistin, die am Fundort war. Wir üben deutliche Kritik an der Arbeit der Ermittlungsbehörden: In einem über 1.000 Seiten langen Bericht des Bundeskriminalamts werden Gesundheitsdaten kein einziges Mal erwähnt, der IT-Experte des Justizministeriums findet später jedoch deutlich mehr relevante Informationen – unter anderem auch Gesundheitsdaten. Für uns stellt sich daher die Frage: „Wie können Experten der Justiz mehr finden als jene des Bundeskriminalamts?“

Besonders kritisch sehen wir die Rolle des LKA Niederösterreich: Es sei nicht in der Lage gewesen, die Smartwatch-Daten vollständig auszuwerten – während Experten der Justiz später sehr wohl Ergebnisse liefern.

Brisant ist außerdem: Das Mobiltelefon wäre als Beweismittel noch wichtiger gewesen als gedacht. Laut dem IT-Experten hätte man es benötigt, um die Smartwatch vollständig auszuwerten – und die Sicherstellung wäre rechtlich nachweislich zulässig gewesen. Umso fragwürdiger ist es, dass das Handy stattdessen an die Witwe übergeben wurde und zentrale Handydaten verloren gingen.

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Tag 6 - 12.02.2026

Die Journalisten Pilz und Vogel im U-Ausschuss:

An Tag 6 im U-Auschuss waren die beiden Journalisten Peter Pilz und Erich Vogl geladen. Im Zentrum der Pilz-Befragung stand die bereits medial oft erwähnte „rote Festplatte“. Pilz bestätigte, dass auf der Festplatte nachrichtendienstliche Informationen, Daten von und mit Sebastian Kurz, sowie Verschlussakten enthalten waren.

Auch in der zweiten Befragung des Tages ging es – wie schon am Vortag – um die Frage möglicher politischer Einflussnahme. Vogl bestätigte, dass Anna P. ihm gegenüber von Druck vonseiten Wolfgang Sobotkas gesprochen habe. Diesen möglichen Einflussnahmen gehen wir im Untersuchungsausschuss weiter konsequent nach.

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Tag 5 - 11.02.2026

Druck-Vorwurf rund um Sobotka, Datenträger und Beratungstätigkeiten:

An Tag 5 werden Karin Wurm (eine Freundin von Christian Pilnacek) und Anna P. (ehemalige Mitarbeiterin von Wolfgang Sobotka) befragt. Konkret geht es darum herauszufinden, ob es von Wolfgang Sobotka Versuche gegeben hat, Druck auf die beiden Frauen auszuüben. Pilnacek selbst hat in einem heimlich aufgenommen Gespräch gesagt, es habe von Sobotka politische Interventionsversuche auf ihn gegeben. Das gilt es aufzuklären. Denn aus NEOS-Sicht darf es niemals politische Einflussnahme auf die unabhängige Justiz geben. In diesem Zusammenhäng werden wir auch mögliche Beratungstätigkeiten von Pilnacek für politische Parteien beleuchten. Es ist jedenfalls auffällig, dass sein Handy nie sichergestellt wurde, obwohl das rechtlich zulässig gewesen wäre. Dadurch ist ein zentrales Beweismittel nie ausgewertet worden. Ebenfalls aufklärungsbedürftig: der geplante Hauskauf von Pilnacek, bei dem es Ungereimtheiten rund um die Finanzierung gibt. Außerdem möchten wir festhalten, dass wir Einschüchterungsversuche durch Klagsdrohungen gegen Auskunftspersonen klar ablehnen. Hier handelt es sich aus unserer Sicht um Vernebelungstaktiken, die verdecken sollen, worum es in diesem Untersuchungsausschuss wirklich geht - nämlich um die Aufklärung der Frage, ob es politische Einflussnahme auf die Justiz gegeben hat.

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Tag 4 - 29.01.2026

Späte Obduktion und fehlende Datenträger:

An Tag 4 werden die Gemeindeärztin, die damals am Fundort war und eine Kremser Staatsanwältin befragt. Rund um die Obduktion gibt es widersprüchliche Darstellungen: Laut der Ärztin soll es vor Ort Meinungsverschiedenheiten mit den Polizisten gegeben haben, ob eine Obduktion notwendig ist. Durchgeführt wurde sie schließlich erst sechs Tage nach dem Fund.

Zusätzlich gibt es Diskussionen rund um den Umgang mit Datenträgern. Christian Pilnaceks Handy wurde nie sichergestellt, sondern unmittelbar an die Witwe übergeben. Damit konnte ein zentrales Beweismittel nicht ausgewertet werden. Auch bei der Smartwatch bleiben im Sinne der Aufklärung viele Fragen offen: Selbst rund zweieinhalb Jahre nach dem Vorfall sind die Daten noch immer nicht vollständig ausgewertet worden.

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Tag 3 - 28.01.2026

Sicherstellung des Handys:

Wir sehen bei der bisherigen Ermittlungsarbeit Differenzen zu dem, wie es gesetzlich vorgesehen ist. Da ist etwa der Tatortleitfaden, der aus unserer Sicht nicht konsequent umgesetzt wurde. In der aktuellen Befragung der Polizisten geht es unter anderem um die Obduktion und um die Frage, ob Druck auf die Gemeindeärztin ausgeübt worden sein könnte, um eine Obduktion zu verhindern.

Etwas, dass uns auch zu Denken gibt, ist das Abweichen vom Tatortleitfaden. Der besagt,  die Temperatur einer Wasserleiche muss gemessen werden. Das ist nicht passiert, weil die Ermittler laut eigenen Aussagen kein Thermometer dabei hatten.

Ein zentraler Punkt bleibt für uns die Sicherstellung des Mobiltelefons: Warum wurde dieses Handy nicht sichergestellt und verwahrt, sondern an die Witwe übergeben – die es später vernichtet haben soll? Hier ist besonders wichtig zu betonen: die Staatsanwaltschaft Krems und auch die Fachaufsicht im Justizministerium sagen, dass das Handy rechtlich sehr wohl sichergestellt werden hätte können.

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Tag 2 - 15.01.2026

Der Untersuchungsauschuss startet mit den ersten Befragungen:

In der Causa Pilnacek gibt es zahlreiche offene Fragen, die ohne parteipolitische Scheuklappen aufgeklärt werden müssen. Es geht darum, mögliche politische Einflussnahme im „System Pilnacek“ und auf die Ermittlungen rund um seinen Tod nachvollziehbar zu machen.

Heute werden jene Personen befragt, die als erste am Fundort in Rossatz waren. Dabei stehen zentrale Fragen im Raum: Warum wurde rasch von Suizid gesprochen, eine Obduktion nicht forciert und das Handy nicht sichergestellt? Auch die Frage, warum der Anwalt von Sebastian Kurz bereits um 9:28 Uhr vom Tod erfahren haben soll – noch vor dem ersten Medienbericht – sorgt für zusätzlichen Aufklärungsbedarf.

Sophie Rossatz

Tag 1 - 14.01.2026

Lokalaugenschein in Rossatz:

Für uns NEOS geht es um die Aufklärung der politischen Verantwortung rund um das „System Pilnacek“.

Die Besichtigung in Rossatz (dem Fundort des Leichnams) hat im Sinne der Aufklärungsarbeit, dem besseren Verständnis der Aktenlage und für die weitere Befragung von Auskunftspersonen wertvolle Erkenntnisse geliefert.

Es bleibt unverständlich, warum so schnell von einem Suizid gesprochen und ein Unfall offenbar rasch ausgeschlossen wurde. Genau solche Fragen müssen seriös aufgeklärt werden und zwar transparent, sachlich und ohne parteipolitische Ablenkungsmanöver.

Für NEOS im U-Ausschuss: Justizsprecherin Sophie Wotschke

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